Reiseberichte

Juli 2014

Ägypten-Wracksafari (Sinai + Golf von Suez) - 26.06.-03.07.2014


Ich bin´s mal wieder – zurück von einer tollen und aufregenden Woche in Ägypten !

 

Habe mir mit meinem Bericht etwas länger Zeit gelassen – die letzten 2 Wochen war ich abends häufig WM-technisch eingebunden – und danach bzw. davor neben dem Job meistens etwas ermattet bis müde. Doch das Thema ist ja jetzt seeehr erfolgreich mit dem WM-Titel geschafft – und ich habe wieder Zeit für anderes …

 

Letztes Jahr zur gleichen Zeit war ich bei einer Südsafari in Ägypten dabei – und dort entstand die Idee einer Wracksafari. Tagestouren zu den Wracks von Hurghada aus sind immer sehr zeitaufwändig und wetterabhängig. Warum also nicht mal eine Tauchsafari zu bzw. bei den Wracks ?!? Den „langen Weg“ nur einmal hin und retour, die restliche Zeit vor Ort … Die Idee konnte umgesetzt werden, so dass wir jetzt mit 20 Tauchern von und mit TAWO auf der Golden Dolphin III unterwegs sein durften.

 

Natürlich war bei der zeitlichen Planung nicht absehbar, dass wir in der WM-Phase unterwegs sein sollten. Unsere Anreise fiel prompt auf den Tag des letzten Gruppenspiels unserer Mannschaft gegen die USA… Doch dank der zu diesem Zeitpunkt noch einstündigen Zeitverschiebung haben wir es geschafft in Papas Bar in der Marina von Hurghada die zweite Halbzeit zu sehen !

 

Als wir in Hurghada landeten, wurden wir bereits auf dem Flugfeld zum ersten Mal recht nachdenklich. Wir waren nämlich sage und schreibe die sechste Maschine, die dort parkte. Hatten natürlich eine fast leere Ankunftshalle, das somit recht zügige Abwickeln der Visa und Zollkontrollen war die positive Folge. Auch unser Gepäckband war das einzige, das lief.

 

Aus dem Blickwinkel des ankommenden Touris ein Traum – sonst dauert das ganze Procedere nämlich sehr viel länger. Doch im Hinblick auf die Ägypter, ihre Arbeitsplätze und Einkünfte – ein Desaster.

 

Auf gut deutsch: ohne Touris = nix los = kein Moos …

 

Der Transfer in die Marina, wo die Golden Dolphin III bereits auf uns wartete, verlief zügig. Alles in den Bus packen, dann alles wieder raus und auf´s Boot, ein kühler Willkommenstrank, das Verteilen der Kabinen und Verstauen des Gepäcks, dann ein erstes Abendessen – und schon konnten wir uns zum Fußballgucken aufmachen. Was auch nahezu alle machten … Die Laune dort war super – das Tor in der zweiten Halbzeit zum 1:0 sehr erleichternd… Der Urlaubsanfang stimmungsmäßig gerettet.

 

Am nächsten Tag ging´s dann los: auf dem Weg zum Checkdive bei Dolphinhouse (= Shaab el Erg) begegnete uns schon eine Schule Delphine ! Und auch während des Tauchgangs schwammen mehrere Delphine ganz gemächlich an uns vorbei, und wieder zurück, und wieder retour, …

 

Mein Buddy Karin und ich hatten außerdem das große Glück eines großen Oktopus, der in Posinglaune war. Nachdem wir uns mit ein bisserl Abstand positioniert hatten wurde er neugierig, reckte und streckte sich, beobachtete uns scheinbar aufmerksam, wechselte dann mehrfach die Farbe und Struktur seiner Oberfläche während er dann sehr gemächlich davon schwamm. Ein sehr seltener Moment, einfach TOLL !

 

Weiter ging´s dann mit den Wracks – und da der Wind auf dem „Wochenniedrigststand“ war, beschloss der Kapitän, dass wir direkt über Nacht die lange 14-Stunden-Strecke hoch zur SS Turkia in den Golf von Suez antreten sollten. Je weniger Wind, desto weniger Welle – desto einfacher und schneller geht´s. Nichtsdestotrotz war es ganz praktisch, dass wir die Nacht in den Betten lagen – es schaukelte nämlich doch ganz schön.

 

Am nächsten Morgen dann ging´s schon um 7:00 Uhr ins Wasser – wir alleine an der SS Turkia ! Aufgrund der sehr nördlichen Lage weitab vom sonstigen Einzugsgebiet der Taucher war das nicht ungewöhnlich, fahren doch nur 2 Schiffe dorthin.

 

Nach 3 sehr interessanten Tauchgängen über Deck und durch die Laderäume mit vielen Reifen, Autos, Granatenhülsen , schön bewachsen und es gab einiges an Fisch – sogar ein großes gelbes Seepferd(chen) hielt Hof – ging´s über Nacht wieder gen Süden zur Thistlegorm – diesmal nur eine 10stündige Fahrt !

 

Auch dort und der folgenden Rosalie Moller (= weitere Highlights unserer Wracksafari) – waren wir alleine ! Obwohl die Taucher die letzten sind, die gehen, und die ersten, die wiederkommen, sind aktuell trotz Hauptsaison extrem wenige Taucher in Ägypten unterwegs. Ein Drama für das Land und seine wirklich netten und zuvorkommenden Menschen.

 

So konnten wir völlig ungestört und in aller Ruhe durch die Laderäume und Gänge tauchen, uns den ganzen „Schrott“ unter Wasser anschauen und genießen. Sonst ist das bei all dem Geblubber nämlich nur erschwert möglich. Irgendeiner drängelt sonst immer und es gibt „Staus“ …

 

Bei Abu Nuhas liegen gleich 4 Wracks, von denen wir die Chrisoula K, die Giannis D und die Carnatic betauchen durften. Hier gab´s doch dann auch tatsächlich ein bis zwei Konkurrenzboote. Aber aufgrund des vielseitigen Wrackangebotes bzw. der diversen Tauchmöglichkeiten konnte man den „anderen“ ja perfekt aus dem Weg gehen – für jeden sein eigenes Wrack – was für ein Luxus

 

Hier war dann tatsächlich auch bisserl mehr Oberflächenströmung, was beim Wiedereinstieg in die Zodiaks, mit denen wir vom Safariboot zu den jeweiligen Tauchplätzen hin und zurück fuhren, zu erschwerten Bedingungen führte. So habe ich bzw. mein Tank dabei den zusätzlichen Flaschengurt mit 2 Kilo Blei „verloren“. Er wurde wahrscheinlich beim Hereinziehen meines Jackets ins Zodiak abgestreift. Letztlich war ich selbst dran schuld, hatte ihn vorher nicht nachgezogen bzw. seine Haltbarkeit kontrolliert. Dumm gelaufen !

 

Interessanterweise ist mir das Fehlen dieses Gurtes aber erst am nächsten Tag, nach dem nächsten Tauchgang, aufgefallen. Als das Tauchen insgesamt irgendwie total doof war, ich eine bescheidene Lage im Wasser hatte, alles dämlich war. Und ich hinterher geschimpft habe wie ein Rohrspatz und alle Schuld auf mein neues Jacket schob…

 

Beim späteren drüber-Reden kam dann heraus, dass ich ja mit 2 Kilo weniger unterwegs war, dadurch eine andere Lage im Wasser hatte und insgesamt das neue Jacket sich dadurch eben nochmals anders angefühlt hat ! Na ja – Entwarnung, ich gebe dem Jacket noch eine Chance

 

Allerdings beschloss ich, dass die 2 Kilo wohl eh einfach zu viel waren und war fortan weiterhin ohne sie unterwegs. Habe mich dann einfach nur bisserl anders mit meinem Wing im Wasser „bewegt“ … Und siehe da – es ging. Wenn auch sehr gewöhnungsbedürftig …

 

Auf dem Rückweg nach Hurghada haben wir dann noch einen Drift bei HamHam gemacht – die Gorgonienwälder sind nach wie vor da – wie auch schon bei meinem ersten Tauchgang dort am 26.12.1998. 15 ½ Jahre und über 800 Tauchgänge sind seitdem vergangen.

 

Und auch der Hartkorallenwald bei Shaab Abu Ramada Ost ist unverändert imposant – ein einfach wunderschöner Platz. Man meint zwischen Bergen durchzufliegen … Witzigerweise war ich am 23.12.1998 genau dort mit Otto und Roswitha unterwegs – und Otto war jetzt auch wieder dabei.

 

Irgendwie hat sich da auch wieder mal einer meiner – zugegebenermaßen vielen - Lebenskreise geschlossen ! Ich arbeite weiter an den noch offenen ...

 

Abschließend durften wir in der Marina von Hurghada dann auch noch die El Mina und das fishingboat betauchen – zwei schöne Wracks direkt „vor der Haustür“. Zum Abschluss haben wir da allerdings nochmal an der Nullgrenze gekratzt – als ich die 1 Minute Restnullzeit sah, habe ich mich schnell nach höher bewegt ! Es sollte ja nicht am Ende noch ein Dekotauchgang werden.

 

Der letzte Abend in Hurghada – ein akustisches Erlebnis. Denn dank dem bereits seit ein paar Tagen andauernden Ramadan hat uns der Muezzin mit gefühlt stundenlangen Gebetsaufrufen „beglückt“.

 

Glücklicherweise ging unser Rückflug am nächsten Tag bereits am Nachmittag. Denn wenn die Sonne untergeht, dann lassen Muslime während des Ramadan erstmal alles stehen und liegen, dann „bewegt“ sich eine gewisse Zeit nichts mehr. Eigentlich ja auch verständlicherweise - immerhin darf erst dann wieder getrunken und gegessen werden. Dumm nur, wenn du just in diesem Moment vorm Flughafen in sengender Hitze stehst. Da hilft in diesen Fällen dann eben nur Geduld – vor ein paar Jahren ist es uns mal so ergangen.

 

Dieses Mal hatten wir wie gesagt „zeitliches Glück“, alles verlief ganz normal. Bis auf meinen Sturz kopfüber vorm Flughafen. Da haben sich alle meine Glücksengelchen um mich versammelt – DANKE. Außer einem aufgeschlagenen linken Knie, einem zerrissenen Hosenbein und einem Bluterguss im Knie (spüre ich heute noch – autsch) ist nix passiert. Ausgesehen hat es allerdings beim Sturz wohl nach mehr … Dusel gehabt !

 

Der Rückflug verlief pünktlich und normal, alles Gepäck kam in Frankfurt an. Dann hieß es kurz vor Mitternacht TSCHÜSS sagen auf ein vielleicht/hoffentliches Wiedersehen.

 

Da wir dieses Jahr das gute Wetter aus Ägypten mitgebracht haben, fiel das Einleben nicht ganz so schwer. Zumal wir ja auch pünktlich zum Viertelfinalspiel am Freitagabend wieder da waren. Lediglich das wohl etwas überflüssige Achtelfinale gegen Algerien hatten wir so verpasst… Und zwischenzeitlich sind WIR auch Weltmeister geworden – HURRAHURRAHURRA

 

Das Boot, die Crew, das Essen und die generelle Kümmerung, die Tauchplätze und das Tauchen allgemein, die Guides und meine Mitreisenden – da gibt´s mal überhaupt nix zu meckern. Das war alles schon richtig gut und hat mir super gefallen. Zumal ich auch dieses Mal ein paar „alte Hasen“ wiedergetroffen habe. Und mit ihnen und auch einigen der Neuen extrem viel Spaß hatte. War eine coole Zeit. DANKE EUCH ALLEN !

 

Ich freu mich jedenfalls auf´s nächste Mal, über und unter Wasser

 

Dicker Drücker

Cynthia

 

… und wer´s bis hierhin geschafft hat: Glückwunsch – dafür gibt´s jetzt auch noch eine bildhafte Erinnerung von mir !!!

 

 

TaWo Diving GbR

Tanja Bayer u.
Dr. Wolfgang Prilipp

Industriestraße 12
61440 Oberursel

Tel +49(0)6172-995 77 70

Info@TaWo-Diving.de

Besuchen Sie TaWo-Diving auf Facebook!


Öffnungszeiten

Mo u Fr:10:00-19:00
Di u. Do:14:00-19:00
Mi:11:00-20:00
Sa:10:00-14:00



Juli 2019
MoDiMiDoFrSaSo
271234567
28891011121314
2915161718192021
3022232425262728
312930311234
Coming soon:

 

19.07 - 19.08

 

19.07
18:00 
Schwimmbadtraining Oberursel
26.07
18:00 
Schwimmbadtraining Oberursel
02.08
18:00 
Schwimmbadtraining Oberursel
09.08
18:00 
Schwimmbadtraining Oberursel
16.08
18:00 
Schwimmbadtraining Oberursel